Reduktion des Übertragungsrisikos von Coronaviren, hier SARS-CoV-2

Langsam sehnt sich die Bevölkerung nach der schrittweisen Rückkehr zur „Normalität“. Bei allem Verständnis bleibt es auch unter „gelockerten“ Bedingungen dringend notwendig, sich weiterhin freiwillig an die Regeln zur Infektionsvermeidung, bzw. -verbreitung zu halten. Damit gewinnen wir Zeit. Zeit um eine systematische Fallverfolgung zu etablieren, ein intelligentes Management der Intensivpflegekapazitäten aller deutschen Krankenhäuser zu entwickeln, viele Daten zu sammeln, um Unklarheiten zu bereinigen und die Suche nach einer wirksamen Therapie zu intensivieren.

Vorbei ist die Bedrohung erst, wenn ein effektiver Impfschutz vorhanden ist oder glückliche Umstände eintreten, die zu einem unerwartet positiven Verlauf führen. Selbst nach einer scheinbaren Eliminierung werden wir nach jetzigem Kenntnisstand die Überwachung von SARS-CoV-2 Infektionen für 1 – 2 Jahre fortsetzen müssen, da ein Wiederauftreten nach der ersten, schwersten Pandemiewelle wahrscheinlich ist und erneut eine intermittierende soziale Distanzierung notwendig werden kann.

Das Corona-Virus SARS-CoV-2 wird im Wesentlichen über Tröpfcheninfektion und nur im sekundären Weg auch über Schmierinfektion übertragen, etwa, wenn Sie einem infizierten Menschen die Hand geben, der sich kurz zuvor die Nase geputzt hat – und Sie fassen sich anschließend selbst mit der Hand an den Mund. Aufgrund der bekannten Übertragungswege und spezifischer Viruseigenschaften gibt es – nach dem aktuellen Stand des (Nicht-)Wissens – sinnvolle Hygiene-Maßnahmen zum Selbstschutz Auf eine Stellungnahme zu Gesichtsmasken und den Gebrauch von Einmalhandschuhen habe ich aufgrund der anhaltenden Diskussion über Pro und Kontra verzichtet. In vielen Situationen sind Gummihandschuhe und Atemschutzmasken unnötig, in anderen Fällen ist die vollständige persönliche Schutzausrüstung (Kopfbedeckung, Schutzbrille, festsitzende Halbmaske (FFP3), Kittel, Einmalplastikschürze, Untersuchungshandschuhe) für Pflegekräfte überlebensnotwendig. Eine pauschale Beurteilung dieser Schutzmaßnahmen ist nicht möglich.

Zurück zum Blog

Portraitfoto von Prof. Dr. med. H.-Peter Scheidel
Über Peter Scheidel

Prof. Dr. med. Peter Scheidel war von 1989 bis 2008 Chefarzt der Frauenklinik im Marienkrankenhaus Hamburg und von 2009 bis 2017 Leitender Arzt im  Mammazentrum Hamburg – 2017 ausgezeichnet mit dem German Brand Award.
Seit 2018 bietet er verhaltenes Mittun beim erfolgreichen und verantworteten unternehmerischen Handeln im Bereich der Gesundheitswirschaft